In-vitro-Wirksamkeit verschiedener Mundspüllösungen auf parodontopathogene Mikroorganismen der Mundhöhle

Goltz, Susann

Ziel der In-vitro-Studie war es, zum einen die antimikrobielle Wirksamkeit von kommerziell erhältlichen Mundspüllösungen und Chlorhexidinzubereitungen nach kurzzeitiger Exposition parodontopathogener Mikroorganismen zu vergleichen. Zum anderen sollte untersucht werden, ob eine lang anhaltende Einwirkung der Substanzen eine Resistenzentwicklung der Erreger fördert. In die Studie wurden individuell hergestellte und handelsübliche Chlorhexidinlösungen in den Konzentrationen 0,06-1% sowie Listerine und Meridol einbezogen. Jeweils 108 Mikroorganismen eines Stammes (8 P. gingivalis, 1 F. nucleatum, 2 A. actinomycetemcomitans, 10 orale Streptokokken, 2 Enterobakterien, 1 C. albicans) wurden für eine Minute den antiseptischen Lösungen ausgesetzt. Nach 1, 6 und 18 h wurden die koloniebildenden Einheiten gezählt. Zur Bestimmung einer Resistenzentwicklung wurden die Stämme 50 Mal auf Agarplatten mit 0,25facher MHK der Antiseptika Chlorhexidin, Listerine und Meridol passagiert. Zu Beginn, nach der Hälfte und am Ende der Passagen wurde die minimale Hemmkonzentration ermittelt. Die individuell hergestellten Lösungen zeigten im Vergleich zu den meisten Handelspräparaten eine bessere Wirksamkeit nach einmaliger Einwirkung. Bei den Handelspräparaten besaßen Chlorhexamed-Lösung (0,06%+F) und Chlorhexamed-Gel (1%) das größte antimikrobielle Potential. Deutlich geringer war die Effektivität nach Applikation von Oral B, Meridol+CHX und Curasept. Bei den chlorhexidinfreien Lösungen war Listerine gegenüber Meridol deutlich überlegen. Die Versuche zur Resistenzentwicklung konnten zeigen, dass die Langzeiteinwirkung subinhibitorischer Konzentrationen von Mundspüllösungen häufig zu einer temporären Erhöhung der MHK führte. Der Nachweis eines Efflux-Mechanismus als Ursache für die Resistenzentstehung konnte jedoch nicht erbracht werden.

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Goltz, Susann: In-vitro-Wirksamkeit verschiedener Mundspüllösungen auf parodontopathogene Mikroorganismen der Mundhöhle. 2010.

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