Effekte einer antenatalen Glukokortikoid-Therapie auf die Infarktgröße nach einem Schlaganfall im adulten Rattengehirn

Kaschowitz, Isabel

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss von Glukokortikoiden (GK) in der klinisch genutzten Dosis zur Beschleunigung der Lungenreifung bei dem Risiko einer Frühgeburt auf die Entwicklung zerebrovaskulärer Erkrankungen im späteren Leben zu untersuchen. Hierfür fand das Modell einer Okklusion der A. cerebri media (MCA) -kurz MCAO- an der 2-jährigen Ratte, das heißt an der Ratte im Senium, seine Anwendung. Eine antenatale GK-Gabe in der körpergewichtsadaptierten, klinisch zur Förderung der Lungenreifung verwendeten Dosis führt zur Programmierung von Hirnfunktionsstörungen und der Prädisposition kardiovaskulärer Erkrankungen im Alter. Über die Prädisposition zerebrovaskulärer Erkrankungen im Alter ist nichts bekannt. Diese ist denkbar, da antenatale GK vasokonstriktorische und neurotoxische Effekte haben. Sie bedingen eine Störung der Hirnentwicklung und programmieren eine Hyperaktivität der Stressachse im späteren Leben. Die Hyperaktivität der Stressachse geht mit einer erhöhten Kortisolausschüttung beim Menschen bzw. Kortikosteronausschüttung bei Ratten einher. Diese führt potentiell zu einer Desensitivierung der GR im Immunsystem, verbunden mit einer verminderten Immunsuppression und einer daraus resultierenden verstärkten sekundären Entzündungsreaktion im Anschluss an eine zerebrale Ischämie. Die sekundäre Entzündungsreaktion führt zu einer weiteren Vergrößerung des Hirninfarktvolumens. Folgerichtig resultieren erhöhte GK-Spiegel während einer zerebralen Ischämie in einem verschlechterten Schlaganfalloutcome. Unsere Arbeitshypothese lautet: Antenatal erhöhte GK-Spiegel führen über eine Hyperaktivität der Stressachse zu vergrößerten zerebralen Infarktarealen im Senium. Am 19. und 20. Gestationstag -entsprechend etwa dem Zeitpunkt der Hirnentwicklung in der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) beim Menschen- erhielten 7 männliche und 8 weibliche Ratten die auf eine 70 kg schwere Schwangere adaptierte Dexamethason (DM)-Dosis (2 x 0,17 mg/kg Körpergewicht) in Anlehnung an die Dosisempfehlungen der NIH (NIH Consensus Statement 2000) zur Förderung der Lungenreifung. Währenddessen blieben die übrigen 9 männlichen und 8 weiblichen Ratten unbehandelt.

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Kaschowitz, Isabel: Effekte einer antenatalen Glukokortikoid-Therapie auf die Infarktgröße nach einem Schlaganfall im adulten Rattengehirn. 2010.

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