Katholische Krankenpflegeausbildung in der SBZ/DDR und im Transformationsprozess

Ropers, Cornelia

Die konfessionelle Krankenpflegeausbildung war die einzige christliche Berufsausbildung mit staatlicher Anerkennung in der DDR, somit drängt sich die Frage auf, wieso diese Ausbildung möglich war, obwohl der Staat das Erziehungs- und Bildungsmonopol beanspruchte. Ein Grund lag ganz sicher darin, dass die staatlichen Stellen sich immer des besonderen Potential der konfessionellen Häuser bei der Versorgung der Bevölkerung bewusst waren. In der SBZ wurden alle katholischen Krankenpflegeschulen wieder zugelassen. Die ersten Jahre der DDR waren durch Spannungen und Unsicherheiten gekennzeichnet. Die Recherchen und Interviews, die zu jedem der Ausbildungskrankenhäuser geführt wurden, lassen eine Verallgemeinerung zu. Wichtigster Ausbilder und Partner der Schülerinnen waren in dieser Zeit die Ordensschwestern. Ab 1973 führte der DCV/Zst. Berlin Verhandlungen mit dem Ministerium für Gesundheitswesen, um ein Fortbestehen der katholischen Krankenpflegeschulen trotz Fachschulstudium zu sichern. Protokolle beider Verhandlungspartner und die Analyse der Ausbildungsvereinbarung ergeben, dass die Verhandlungen seitens des DCV/Zst. Berlin sehr konsequent geführt wurden. Die Ausbildungsvereinbarung 1975 als einzige Vereinbarung zwischen katholischer Kirche und sozialistischem Staat ist ein Indiz für den hohen Stellenwert, den die Bischöfe dieser Ausbildung beimaßen. Protokolle der Zusammenkünfte der Krankenpflegeschulen, Briefe und Experteninterviews geben Auskunft wie das Nebeneinander von sozialistischer und christlicher Ausbildung funktionierte. In einem Ausblick wird die Situation der katholischen Krankenpflegeschulen im Transformationsprozess dargestellt. Ein zusammenfassender Überblick über die religions- und pflegepädagogischen Entwicklungen ermöglicht es, Konsequenzen für die Umsetzung des neuen Pflegegesetzes zu ziehen, die in die laufenden Diskussionen eingebracht werden sollten.

The Christian nursing education was the only Christian professional training accredited by the state in the GDR. So we have to ask ourselves why this training was possible even though only the state was allowed to educate and train young people. That the state knew the important role the Catholic and Protestant hospitals played in the care of the people was surely a reason. In the Soviet Occupational Zone all Catholic nursing schools were allowed to operate again. The first years of the GDR were marked by tensions and insecurity for these schools. The research and interviews that were conducted in all Catholic nursing schools led to a generalization. The most important trainers and partners of the nursing students were, at this time, the sisters of certain orders. From 1973 on, the DCV (Deutsche Caritas Verband) held negotiations with the Ministry of Health in order to secure a continuation of the Catholic nursing education, despite the fact that nursing now was part of the curriculum of the Schools of Applied Sciences (Fachschulen). The minutes of both negotiation partners and the analysis of documents and the Education Agreement (Ausbildungsvereinbarung) show that the negotiations on the part of the DCV were very effectively conducted. The Education Agreement of 1975, as the only agreement between the Catholic Church and the socialist state, is a sign of the high regard the bishops had for this training. The documents show how the side-by-side operation of the Christian and socialist educational system functioned. The present situation of the Catholic nursing schools in the process of transformation is the scope of this dissertation. A summarizing assessment of religious and nursing pedagogical development makes it possible to draw conclusions, which should be brought into the current discussion, about the inauguration of the new nursing law.

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Ropers, Cornelia: Katholische Krankenpflegeausbildung in der SBZ/DDR und im Transformationsprozess. 2009.

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