Zur Semantik und Referenz des temporalanaphorischen Pronominaladverbs danach

Knees, Mareile Hillevi GND

Das Pronominaladverb danach stellt basierend auf seinem anaphorischen Element einen relationalen Zusammenhang zwischen zwei im Text erwähnten Referenten (konzeptuellen Einheiten) her. Dabei verweist sein anaphorisches Element (da-) auf einen Referenten, der zuvor im Text durch einen Antezedenten (eine textuelle Einheit) beschrieben wurde, und sein relationales Element (-nach) verknüpft den vorerwähnten Referenten zeitlich mit dem Referenten des Satzes, in den danach syntaktisch integriert ist (im Folgenden Kotextsatz). (1) Wir schauten Top Gun, diesen Tom-Cruise-Film über amerikanische Kampfpiloten. Danach flogen meine Freunde mit ihren hölzernen Segelgleitern steile Kurven, sie wollten sein wie Tom Cruise. Ziel der Arbeit ist es, möglichst viele verschiedene Formen temporalanaphorischer danach-Bezüge zu untersuchen, um den anaphorischen Auflösungsprozess von danach in seiner Vielschichtigkeit im Rahmen zweier kognitiver Textverstehensmodelle zu erfassen. Im Fünf-Ebenen-Modell wird die Interpretation anaphorischer danach-Bezüge als ein auf unterschiedlichen Interpretationsebenen operierender Prozess repräsentiert und als Wechselspiel sprachlicher und konzeptueller Informationen verstanden. Im Wettbewerbsmodell wird die anaphorische Auflösung von danach als Interaktion konkurrierender textueller und konzeptueller Auflösungsfaktoren und -regeln dargestellt. Es basiert auf Korpusanalysen und liefert somit ein differenziertes und vollständiges Bild zur Interpretation relationaler Anaphern wie danach.

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Knees, Mareile Hillevi: Zur Semantik und Referenz des temporalanaphorischen Pronominaladverbs danach. 2009.

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