Effekte einer pränatalen Glukokortikoidbehandlung auf die fetale Gehirnreifung am Beispiel von Glukosetransportproteinen im immunhistochemischen Studium am fetalen Schaf und Pavian

Ebert, Martin GND

Die synthetischen Glukokortikoide Betamethason und Dexamethason werden seit über 30 Jahren zur Förderung der fetalen Lungenreife bei drohender Frühgeburtlichkeit und zur Behandlung eines Respiratory Distress Syndroms (RDS) eingesetzt. Die Therapie wurde am Schaffeten, einem bedeutenden Tiermodell für die menschliche Fetalperiode, entwickelt. In der Klinik und an diesem Modell wurden in den letzten Jahren auch Effekte auf das Zentralnervensystem beim Feten wie eine Suppression der EEG–Aktivität, eine Verzögerung von akustisch evozierten Potentialen oder eine Abnahme der Expression von high turnover Proteinen wie dem Mikrotubulus- assoziierten Protein (MAP) gefunden. Eine mögliche Ursache sind katabole Effekte auf den zerebralen Stoffwechsel, welche unter anderem aufgrund einer Hemmung der Glukoseaufnahme in die Zelle, so gezeigt in der Zellkultur bei adulten Neuronen, verursacht sein können. Wir haben deshalb die Effekte einer Glukokortikoidapplikation auf die Expression der Glukosetransporter GLUT1 und GLUT3, über die der Glukosetransport durch Membranen carriergebunden erfolgt, zu definierten Zeitpunkten am chronisch instrumentierten fetalen Schaf in vivo untersucht. GLUT1, das in der Blut– Hirnschranke exprimiert wird und „rate limiting“ ist, und GLUT3, das in der neuronalen Membran vorkommt, stellen dabei sehr wichtige Transportproteine für den zerebralen Glukosetransport dar. Grundlage für die Untersuchung der Glukokortikoideffekte war die Darstellung der Ontogenese von GLUT1 und GLUT3. Hierzu lagen wenige Untersuchungen, hauptsächlich an der postnatalen Ratte und am Kaninchen durchgeführt, vor. Um die Übertragbarkeit der Ergebnisse vom fetalen Schaf auf den Menschen zu sichern, wurden die Ergebnisse durch Schwerpunktuntersuchungen am frontalen Kortex des nichtmenschlichen Primaten (Gelber Pavian) ergänzt. Zur Darstellung der Ontogenese der GLUT1 und GLUT3 Expression untersuchten wir den frontalen Kortex des fetalen Schafes zu den Gestationszeitpunkten 0.27, 0.40, 0.53, 0.63, 0.73 und 0.87.

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Ebert, Martin: Effekte einer pränatalen Glukokortikoidbehandlung auf die fetale Gehirnreifung am Beispiel von Glukosetransportproteinen im immunhistochemischen Studium am fetalen Schaf und Pavian. 2009.

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