Wirkung von Chlorhexidin auf Fibroblasten nach Kontakt mit parodontopathogenen Bakterien

Schwerd, Maika GND

Chlorhexidin spielt eine bedeutende Rolle in der Prophylaxe und Therapie parodontaler Erkrankungen. In einer In-vitro-Studie wurde die Wirkung von elf chlorhexidinhaltigen Mundspüllösungen auf die Interaktion von Aggregatibacter actinomycetemcomitans (A.a.) und Porphyromonas gingivalis (P.g.) mit humanen gingivalen Fibroblasten untersucht. Es wurden Tests zur antimikrobiellen Wirksamkeit der Lösungen, zur Freisetzung proinflammatorischer Interleukine und zu zytotoxischen Effekten durchgeführt. Alle geprüften Chlorhexidinlösungen wiesen gute antimikrobielle Eigenschaften auf. Frisch hergestellte Lösungen erzielten bessere Ergebnisse als im Handel erhältliche Präparate. Ein Zusammenhang zwischen Konzentration, ergänzenden Zusätzen und der Wirksamkeit der Lösungen bestand nicht. Der keimabtötende Effekt gegenüber P. gingivalis war ausgeprägter als gegen A.a. Als Parameter für die Entzündungsreaktion wurde die Freisetzung von IL-6 und IL-8 aus Fibroblasten bestimmt. Es kam zur Reduktion der durch A.a. stimulierten Interleukinfreisetzung nach Einwirkung der Spüllösungen. Bei Versuchen mit P.g. zeigte sich ein Anstieg der niedrigen Interleukinspiegel nach Kontakt mit Mundspüllösungen, bedingt durch die Hemmung der interleukinspaltenden Gingipaine. Auch antimikrobielle Effekte und die Zytotoxizität beeinflussten die Freisetzung von Interleukinen. Bei Untersuchungen zur Zytotoxizität wurden zellschädigende Effekte aller untersuchten Mundspüllösungen auf Gingivafibroblasten nachgewiesen. Es bestand ein Zusammenhang zwischen steigender Chlorhexidinkonzentration und vermehrter Zellschädigung. Die Ergebnisse der Studie bestätigen die gute Wirksamkeit von Chlorhexidin, aufgrund der Zytotoxizität sollte die Dauer der Anwendung in der Mundhöhle jedoch eingeschränkt werden. Eine gezielte Kurzzeitanwendung niedrig konzentrierter Lösungen in der Prophylaxe und Therapie ist zu bevorzugen.

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Schwerd, Maika: Wirkung von Chlorhexidin auf Fibroblasten nach Kontakt mit parodontopathogenen Bakterien. 2008.

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