Mikrosatellitenmarkeranalyse von metastasierten Nierenzellkarzinomen zur Ermittlung prognosedifferenzierender genetischer Marker

Leonhardt, Mirko GND

Die Prognose von Patienten mit Nierenzellkarzinomen wird wesentlich durch den Metastasierungsstatus bestimmt. Auf Basis klinischer und histopathologischer Parameter können metastasierte Nierenzellkarzinome nur unzureichend differenziert werden. Es konnte in früheren Studien gezeigt werden, dass die Metastasierung der NZK mit spezifischen genetischen Alterationen assoziiert ist. Ziel der Arbeit war es, kritische Regionen auf den Chromosomen 9 und 18 einzugrenzen, die mit der Metastasierung in Verbindung stehen. Hierfür wurde die Mikrosatellitenmarkeranalyse (MSA) eingesetzt und für die Chromosomen 9 und 18 jeweils 6 Marker aus allgemein zugänglichen Datenbanken ausgewählt. Mindestens mit einem Marker fanden sich Verluste in 81 % der metastasierten und in 47 % der nichtmetastasierten Tumoren. Der Unterschied war statistisch signifikant. In einem weiteren Schritt wurden die einzelnen Marker analysiert. Für den Marker D9S1118 (9p13) wurde sowohl über die gesamte Untersuchungsgruppe als auch unter Einbeziehung ausschließlich klarzelliger NZK eine Häufung von Verlusten in den metastasierten Tumoren nachgewiesen (43 % vs. 11 % bzw. 38 % vs. 7 %), die für alle Tumoren unabhängig von der Histologie statistisch signifikant war. Auch für Chromosom 18 wurden häufiger Verluste in metastasierten als in nichtmetastasierten Tumoren gefunden (57 % vs. 37 %). Die Analyse der einzelnen Marker zeigte, dass bis auf den Marker D18S541 (18q21) die Frequenz von Alterationen gering war. Mit diesem Marker wurden jedoch statistisch signifikant mehr Verluste in den metastasierten Tumoren festgestellt (48 % vs. 16 %). Auch unter Berücksichtigung ausschließlich klarzelliger Tumoren bestätigte sich dies (56 % vs. 20 %). Auffällig waren homozygote Deletionen, die deutlich häufiger bei metastasierten Tumoren dokumentiert werden konnten.

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Leonhardt, Mirko: Mikrosatellitenmarkeranalyse von metastasierten Nierenzellkarzinomen zur Ermittlung prognosedifferenzierender genetischer Marker. 2008.

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