Funktionelle Analyse der Funktionsrestitution nach zerebraler Ischämie

Knieling, Marcel GND

Bei Überlebenden eines Schlaganfalls treten anhaltende Schäden von motorischen und kognitiven Funktionen auf. Die Entwicklung effektiver Therapiemaßnahmen, welche die Rehabilitation körperlicher und geistiger Funktionen, bildet einen aktuellen wissenschaftlichen Schwerpunkt. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob es möglich ist, die funktionelle Erholung beeinträchtigter motorischer Funktionen zu fördern durch symptom-relevante Bewegungsbeübung und pharmakologische Beeinflussung des Katecholaminsystems. Die Induktion der zerebralen Ischämie erfolgte mit Hilfe des Photothrombosemodells nach Watson et al. (1985). Mittels eines feinmotorischen Greiftestes nach Whishaw et al. (1991) wurden die ischämie-bedingten motorischen Defizite im akuten Zustand sowie deren Veränderungen innerhalb einer Zeitspanne von 28 Tagen untersucht. Die Exposition in ein Enriched Environment bietet für beeinträchtigte Tiere die Möglichkeit, Bewegungen zu trainieren und erhöhte den Greiferfolg nachhaltig. Reboxetin bewirkte eine dauerhafte Verbesserung des postoperativen Greiferfolges ohne Einfluss auf die Funktionsrestitution. Eine Kombination aus pharmakologischer Beeinflussung des Katecholaminsystems durch Reboxetin und Enriched Environment führte zu synergistischen Effekten hinsichtlich des Greiferfolges. Die hier geprüften Behandlungsmethoden förderten die Entwicklung und dauerhafte Etablierung effektiver kompensatorischer Bewegungen, nicht aber Funktionsrestitution. Eine Behandlung mit Reboxetin scheint für die klinische Praxis viel versprechend. Die individuellen motorischen Fähigkeiten vor dem Insult sollten bei der Therapienentwicklung Berücksichtigung finden.

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Knieling, Marcel: Funktionelle Analyse der Funktionsrestitution nach zerebraler Ischämie. 2008.

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