Arylcalciumhalogenide : Synthesen, Eigenschaften, Strukturen und Anwendungen in der anorganischen Synthese

Gärtner, Martin GND

Erste Organomagnesiumhalogenide wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Grignard durch Direktsynthese aus Magnesium und Organohalogen-Verbindungen in Diethylether erhalten. Seitdem begann zum einen eine rasante Entwicklung der Organomagnesiumchemie, andererseits konnten auf den Gebieten der Hauptgruppenelement- und der Übergangsmetallchemie enorme Fortschritte gemacht werden, da sich die nach ihm benannten Grignard- Reagenzien als starke Basen, effektive Nukleophile und vielseitig einsetzbare Alkyl- und Arylübertragungsreagenzien verwenden ließen. Die organische Chemie der schweren Erdalkalimetalle Calcium, Strontium und Barium fand im Gegensatz dazu weit weniger Interesse. Hierfür sind im Wesentlichen präparative Schwierigkeiten bei der Synthese und Handhabung der Organoerdalkalimetall-Verbindungen verantwortlich. Zum einen sind die Metalle selbst nur wenig reaktionsfähig und müssen deshalb vor ihrer Verwendung aktiviert werden. Andererseits sind die metallorganischen Derivate der schweren Erdalkalimetalle deutlich ionischer aufgebaut als die des Magnesiums, was deren Löslichkeit in den gebräuchlichen organischen Lösungsmitteln deutlich reduziert. Außerdem bewirkt die erhöhte Bindungspolarität eine gesteigerte Reaktivität, so dass während der Synthese zahlreiche Nebenreaktionen (Wurtz-Reaktion, Etherspaltreaktion) auftreten. Auf Grund dieser Tatsachen sind bislang nur wenige, spektroskopisch und insbesondere strukturell charakterisierte Organoerdalkalimetall-Verbindungen mit s-gebundenen Alkyl- und Arylgruppen bekannt.

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Gärtner, Martin: Arylcalciumhalogenide. Synthesen, Eigenschaften, Strukturen und Anwendungen in der anorganischen Synthese. 2008.

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