Individuelle Weiterbildung von Arbeitnehmern : der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen

Bamberger, Eva GND

Job related knowledge and competence have importance both from an individual and macroeconomic point of view. Because of inter- and intra-sectoral processes this know-how is changing steadily, so that employees have to regularly take part in training measures. Various studies on vocational training arrive at the conclusion that up to now employees have taken part in training measures only to an insufficient extent. As training is considered in the educational economic literature to be an investment, these empirical results are amazing and raise the question about the causes. The monograph on hand contributes to answering this question by - for the first time - carrying out an analysis of the effects of these incentives of the institutional basic conditions on individual training decisions - based on the human capital theory - traditional but still recognized in the educational literature. On the basis of an advantage calculus, several model frameworks are developed containing different institutional factors of the employment protection system as well as the tax system, and also the various social security systems. With the help of these model approaches the institutional influences on the benefits and the period of amortisation of measures as well as their effects on the training incentives of the employees are analysed. It is a main result of the work on hand that - against the background of the economic and societal structural changes - the participation in training measures is individually rational and, thus, socially attractive only when appropriate benefit and sanction mechanisms exist.

Arbeitsplatzrelevantes Wissen und Können haben aus einzel- und gesamtwirtschaftlicher Sicht eine große Bedeutung. Da es sich aufgrund inter- und intrasektoraler Prozesse stetig verändert, müssen die Beschäftigten regelmäßig an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Verschiedene Erhebungen zur beruflichen Weiterbildung kommen zu dem Schluss, dass die Arbeitnehmer in Deutschland bislang nur in unzureichendem Umfang an entsprechenden Maßnahmen teilnehmen. Da Weiterbildungen in der bildungsökonomischen Literatur als Investitionen betrachtet werden, erstaunen diese empirischen Befunde und es stellt sich unweigerlich die Frage nach den Ursachen. Die vorliegende Monographie trägt zu einer Beantwortung dieser Frage bei, indem sie aufbauend auf der traditionellen und in der Bildungsliteratur anerkannten Humankapitaltheorie, erstmals eine Analyse der Anreizwirkungen institutioneller Rahmenbedingungen für die individuelle Weiterbildungsentscheidung durchführt. Im Mittelpunkt stehen relevante Aspekte des Kündigungsschutz- und Steuersystems sowie der verschiedenen Sozialversicherungssysteme. Auf der Basis eines Vorteilhaftigkeitskalküls werden daher Modellrahmen entwickelt, die jeweils verschiedene institutionelle Faktoren beinhalten. Mit Hilfe dieser Modellansätze werden die institutionellen Einflüsse auf die Erträge und die Amortisationsdauer einer Maßnahme sowie deren Auswirkungen auf die Weiterbildungsanreize der Arbeitnehmer analysiert. Es ist ein wesentliches Ergebnis der vorliegenden Arbeit, dass vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturveränderungen eine Teilnahme an Weiterbildungen nur dann einzelwirtschaftlich rational und damit gesellschaftlich attraktiv sein kann, wenn entsprechende Belohnungs- und Sanktionsmechanismen existieren.

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Bamberger, Eva: Individuelle Weiterbildung von Arbeitnehmern. der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen. 2007.

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