Kollaboratives Indexieren und die Emergenz neuer sozialer Netzwerke

Sack, Harald

Kollaboratives Indexieren (Collaborative Tagging) gibt den Informationsnutzern die Deutungshoheit der von ihnen konsumierten Informationen zurück und macht diese zugleich anderen Nutzern zugänglich. War es zuvor der Autor selbst, der seine Dokumente inhaltlich mit Schlagwörtern oder anderen Metadaten auszeichnete, um so eine inhaltsbasierte Suche zu ermöglichen, liegt nun die Kontrolle über eine Auszeichnung beim Nutzer selbst. Diese gemeinschaftlich gewonnenen Metadaten – auch bezeichnet als Folksonomies - erlauben eine maßgeschneiderte, personalisierte Suche über die damit ausgezeichneten Objekte und darüber hinaus eine auf Assoziationen und Querverweisen beruhende Navigation durch den Suchraum. In großer Zahl entstehen derzeit neue Web2.0-Anwendungen, die das kollaborative Indexieren von Objekten jeder Art erlauben: Textdokumente, HTML-Seiten, Multimedia-Daten, aber auch Objekte aus der realen Welt (Bücher, Konsumgüter, Personen, etc.) werden kollaborativ indiziert. Auf der einen Seite erlaubt die Mehrzahl dieser Anwendungen eine explizite Vernetzung mit anderen, befreundeten oder vertrauenswürdigen Nutzern. Andererseits entstehen durch das gemeinschaftliche Indexieren von Objekten neue Verknüpfungen zwischen Nutzern, die bislang nicht bestanden haben oder nicht erkannt werden konnten. Diese emergenten sozialen Netzwerke können effizient dazu genutzt werden, die Qualität der erzielten Suchergebnisse zu verbessern und die Menge der gewonnenen Suchergebnisse schrittweise assoziativ zu erweitern.

Zitieren

Zitierform:

Sack, Harald: Kollaboratives Indexieren und die Emergenz neuer sozialer Netzwerke. 2006.

Zugriffsstatistik

Gesamt:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:
12 Monate:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Grafik öffnen

Export