Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der Osteoporose nach orthotoper Lebertransplantation

Kämmerer, Daniel

Mit der Entwicklung neuer Immunsuppressiva hat sich das Transplantatüberleben der Patienten im letzten Jahrzehnt deutlich verbessert. Immer öfter treten nun die Langzeitnebenwirkungen der immunsuppressiven Therapien hervor und beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten. Eine dieser häufigsten Nebenwirkungen ist die Osteoporose. Häufige Folgen der Osteoporose sind Wirbelkörper- und Schenkelhalsfrakturen. Diese Frakturen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Patienten, sondern sie stellen auch eine außerordentlich hohe ökonomische Belastung für unser Gesundheitssystem dar. Ziele dieser Studie waren u.a.: 1. Optimierung der Diagnose, Therapie und Prävention der Osteoporose nach Lebertransplantation 2. die Wirkung des intravenös applizierten Bisphosphonates Ibandronat auf die Knochendichte verschiedener Regionen zu untersuchen und 3. der Gruppenvergleich, zwischen ibandronatbehandelter Gruppe und Kontrollgruppe mit Basistherapie (Kalzium 1000 mg/d, Vitamin D 1000 IE/d) in bezug auf die Knochendichte und Frakturinzidenz. Es handelt sich um eine klinische, prospektive, randomisierte Studie. Die Studie umfasst 60 lebertransplantierte Patienten (medianes Alter: 53,5). Diese Patienten sind im Zeitraum von Mai 1997 bis Juni 2004 in der Klinik für Allgemeine und Viszerale Chirurgie der FSU Jena behandelt worden. Alle Patienten erhielten als erstmalige Behandlung eine Basistherapie (1000 mg Kalzium und 1000 IE Vitamin D oral). Gruppe 1 bekam zusätzlich zur Basismedikation vierteljährlich 2 mg Ibandronat (Bondronat®) i.v. über 12 Monate appliziert. Postoperativ folgte bei allen Patienten eine Quadruple-Immunsuppression unter Einschluss von Methylprednisolon und Cyclosporin A (Sandimmun®). Primärer Endpunkt der Studie war die Änderung der Knochendichte in verschiedenen Regionen nach 24 Monaten. Die Knochendichte wurde mittels DXA-Methode und dem p-QCT bestimmt. Während der Verlaufskontrollen und BMD-Messungen wurden verschiedene Laborparameter bestimmt. In der Studie fanden wir heraus, dass sich der initiale Knochendichteverlust nach 3 Monaten, unabhängig von der osteologischen Therapie, nicht verhindern lässt. Die ibandronatbehandelte Gruppe aber im weiteren Verlauf nach 12 und 24 Monaten vor allem im Bereich der LWS aber auch am Schenkelhals von einen Bisphosphonattherapie profitiert, die Knochendichte sich stabilisiert und sogar zunahm und erheblich weniger Frakturereignisse als die Kontrollgruppe zeigte (1 vs. 4 WK-Frakturen). Wir empfehlen BMD-Messungen mittels DXA-Verfahren zur Evaluierung zur Transplantation und postoperativ nach 12 und 24 Monaten. Patienten mit einer vorbestehenden Osteopathie sollten frühzeitig einer adäquaten Behandlung zugeführt werden, Bisphosphonate haben sich dabei in der Therapie bewährt.

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Kämmerer, Daniel: Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der Osteoporose nach orthotoper Lebertransplantation. 2005.

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