Topische Beziehungen zwischen sprachlichen Teilleistungsstörungen und sharp-wave-Foci bei Kindern

Kinder, Silvia

Fokale Epilepsien sind ein häufiges Krankheitsbild, und sind nicht selten mit schwerwiegenden Sprachproblemen der Patienten assoziiert. Aus klinischen Überlegungen ist die Beantwortung folgender Frage essentiell: stellen die Patienten, deren Sprachregression pathophysiologisch direkt auf den Fokus zurückzuführen ist, einen wesentlichen Anteil am gesamten betroffenen Patientenpool dar? Das Ergebnis könnte Diagnostik und Therapiemanagement der betroffenen Patienten entscheidend beeinflussen. Da die Klassifikation klinisch sehr subjektiv und viele der Syndrome mit Sprachstörungen verknüpft sein können, wurde kein syndromatischer, sondern ein symptomatischer Studienansatz gewählt. Damit gingen nicht nur Patienten mit Landau-Kleffner-Syndrom, sondern auch Kinder mit anderen Formen von Partialepilepsien in die Untersuchung ein. 21 Patienten mit sharp wave Fokus wurden mit MEG (Magnetencephalogramm) und MRT hinsichtlich der Lokalisation der Foci untersucht. Durch eine psychologische Befundung wurden die Patienten mit Sprachstörungen einer Fall-, und die Patienten ohne Sprachstörung einer Kontrollgruppe zugeordnet. Nach dem gewählten Studienansatz zeigt sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Hypothese, dass im Falle einer idiopathischen Partialepilepsie die Sprachstörung meist auf den Fokus zurückzuführen ist, kann demnach nicht bestätigt werden. Vielmehr unterstützen wir die Auffassung, dass am untersuchten Patientenpool beide Symptome häufig koinzident und unabhängig voneinander auftreten.

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Kinder, Silvia: Topische Beziehungen zwischen sprachlichen Teilleistungsstörungen und sharp-wave-Foci bei Kindern. 2005.

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