Diagnostik okklusaler Läsionen mittels Quantitativer Lichtinduzierter Fluoreszenzmessung (QLF) : eine In-vitro-Studie

Ifland, Susanne GND

Die Quantitative Lichtinduzierte Fluoreszenzmessung (QLF) ist eine neue nicht invasive Diagnostikmethode, die die unterschiedlichen Fluoreszenzeigenschaften von gesunder und kariöser Zahnhartsubstanz nutzt. Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie war es, QLF als Methode zur Detektion okklusaler Dentinläsionen zu prüfen und vergleichend mit den konventionellen Verfahren der visuellen und röntgenografischen Okklusalkariesdiagnostik zu bewerten. Dabei sollte auch die Möglichkeit der Nutzung aller QLF-Parameter (Fluoreszenzverlust, Fläche der Läsion, Produkt aus Fluoreszenzverlust und Läsionsfläche) geprüft werden. In die Untersuchung wurden 54 Okklusalflächen extrahierter Molaren mit unterschiedlichen kariösen Progressionsstadien einbezogen. Alle Zähne wurden einer differenzierten visuellen (Ekstrand et al. 1997) und röntgenografischen Untersuchung (Weerheijm et al. 1992) unterzogen. Anschließend wurden Fluoreszenzbilder von den Okklusalflächen angefertigt und mit der QLF-spezifischen Software ausgewertet. Zur Validierung der Diagnostikmethoden wurden histologische Schnitte angefertigt und mikroradiografisch semi-quantitativ befundet. Alle Diagnostikverfahren wurden mit den Genauigkeitsparametern Sensitivität, Spezifität, Akkuratheit eingeschätzt. Um Aussagen über die klinische Brauchbarkeit der Methoden zu erhalten, wurde die positive und negative Likelihood Ratio bestimmt. Nach Kombination aller drei QLF-Parameter wurde eine Sensitivität von 86,4 % und eine Spezifität von 90,6 % ermittelt. Die visuelle Untersuchung nach Ekstrand et al. (1997) erzielte mit 68,2 % eine relativ hohe Sensitivität, die sich jedoch zu Lasten der Spezifität mit nur 87,5 % auswirkte. Die Röntgendiagnostik erreichte eine Sensitivität von 68,2 % und eine Spezifität von 67,7 %. Die Betrachtung der Werte für die Likelihood Ratio führte ebenfalls zur Favorisierung der der QLF-Methode. Im Ergebnis der vorliegen In-vitro-Studie kann QLF nach der visuellen Basis-Diagnostik als ergänzendes Verfahren zur Detektion okklusaler Dentinläsionen empfohlen werden. Da in klinischen Untersuchungen bisher keine Kriterien für die Differentialdiagnostik von Schmelz- und Dentinkaries für QLF definiert wurden, stellt die röntgenografische Untersuchung in der zahnärztlichen Praxis nach wie vor das Diagnostikverfahren der Wahl dar, um versteckte Dentinläsionen ergänzend zur visuellen Befundung erfassen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse zur Nutzung der QLF-Parameter - Fluoreszenzverlust, Fläche der Läsion, Produkt aus Fluoreszenzverlust und Läsionsfläche- und die daraus resultierenden Kriterien müssen in nachfolgenden klinischen Untersuchungen geprüft werden.

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Ifland, Susanne: Diagnostik okklusaler Läsionen mittels Quantitativer Lichtinduzierter Fluoreszenzmessung (QLF). eine In-vitro-Studie. 2005.

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