Markennetze

Lambrecht, Anne

Die Arbeit zeigt, dass Markenallianzen oder -netzwerke aus ökonomischer Perspektive analog zu Allianzen in anderen Bereichen des Unternehmens oder strategischen Partner-schaften kompletter Unternehmen betrachtet und analysiert werden können. Auch auf Marken wirken Herausforderungen ein, die sich aus der Globalisierung und Deregulierung von Märkten und verändertem Konsumentenverhalten ergeben. Dies führt dazu, dass eine alleinstehende Marktbearbeitung häufig nicht mehr erfolgversprechend scheint. Marken als Gegenstand von interorganisationalen Kooperationsbeziehungen weisen Be-sonderheiten im Vergleich zu sonstigen Vermögensgegenständen und Unternehmensbereichen auf. Marken übernehmen in Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich weitrei-chendere Funktionen als nur das Garantieren von Produktqualität. Eine Marke kann als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium im Sinne von LUHMANN bzw. als so-ziales Interaktionsmedium im! Sinne von PARSONS definiert werden. Diese Sichtweise er-möglicht es, unterschiedliche Funktionen der Marke für unterschiedliche Nutzer oder Ei-gentümer auch in verschiedenen Märkten und Lebensbereichen in einem schlüssigen Ge-samtzusammenhang darzustellen. Weiterhin wird es durch die ganzheitliche Betrachtung der Marke als Medium möglich, bisher nebeneinander stehende Perspektiven und Defini-tionen von Marken zu integrieren. Die Darstellung der Marke als Medium und die Analyse der medialen Ebenen führt zu einem neuen Dispositiv der Markenführung. So müssen Marken für den Konsumenten mehr Raum zur eigenen Aufladung mit Bedeutung lassen, die symbolische Bedeutung lässt sich nicht direkt und umfassend von Seiten des markenführenden Unternehmens planen. Weiterhin sollten Marken mit unterschiedlichen symbolischen Funktionen unter-schiedlich geführt werden. Bisherige Konzepte der Markenführung differenzieren ihre Empfehlungen jedoch nicht systematisch nach verschiedenen symb! olischen Funktionen der Marke. Dies gilt auch für die Füh! rung von Markennetzen: Je nach den Eigenschaften der beteilig-ten Marken müssen hierfür unterschiedliche Koordinationsmechanismen Anwendung finden. Für die Führung von Markennetzen lassen sich aus den Überlegungen zur Koordi-nation von Unternehmensnetzwerken Empfehlungen ableiten, welche bisherige Leitfäden zur Gestaltung von Markenallianzen nicht nur theoretisch fundieren und wesentlich er-gänzen können, sondern insbesondere auch eine vorwärts gerichtete Analyse anstelle einer simplen Beschreibung der verschiedenen Erscheinungsformen ermöglichen. Diese Arbeit konzeptionalisiert Markennetze als ein Netzwerk von vielschichtigen Principal-Agent-Beziehungen. Die Ausgestaltung von Markennetzen ist folglich ein komplexer Pro-zess. Zudem existieren aufgrund unterschiedlicher Zielsetzungen und Ausgangssituationen der Marken nicht für sämtliche Formen von Markennetzen identische, allgemein gültige Handlungsempfehlungen. Zur Entwicklung des Handlungsrahmens wurde ein Ansatz aus d! er Netzwerktheorie über-nommen, welcher die Koordination von Netzwerken in vier Schritte unterteilt, die ?vier basalen Funktionen des Managements?. Diese Funktionen sind die Selektion der Partner, die Allokation von Ressourcen, die Regulation der Beziehungen und schließlich die Evalua-tion der Zusammenarbeit. Die vorliegende Arbeit entwickelt ausgehend von diesen vier Funktionen einen kompletten Bezugsrahmen zur Ausgestaltung von Markennetzen.

This thesis shows that brand alliances or networks can be viewed and analyzed from an economic perspective analogously to alliances in other areas of a company or strategic partnerships between entire companies. Challenges arising from globalization, market deregulation, and changes in consumer behavior also have an impact on brands. As a result, it now often appears that marketing a brand to a single market on a stand-alone basis no longer holds promise of success. Brands as the object of interorganizational cooperative relationships exhibit characteristics that differ from those of other assets and parts of a business. Brands exercise much broader functions in the economy and society than merely guaranteeing product quality. A brand can be defined as a symbolically generalized communication medium as proposed by LUHMANN and/or as a social interaction medium as proposed by PARSONS. This perspective provides a cohesive tot! al context for understanding different brand functions for different users or owners and also in different markets and areas of life. Furthermore, such a holistic view of a brand as a medium makes it possible to integrate previously separately co-existing brand perspectives and definitions. The notion of a brand as a medium and corresponding analysis of the medial layers produce a new mandate for brand management. Specifically, brands must provide more latitude for consumers to assign the brands their own meanings; the symbolic significance of a brand cannot be directly and comprehensively planned by the company that owns or uses it. Furthermore, brands with different symbolic functions also need to be managed differently. Nevertheless, existing brand management concepts do not systematically differentiate their recommendations to match the different symbolic functions of the given brand. This also applies to the management of brand networks: depending on the attri! butes of the participating brands, it is necessary to employ ! different coordination mechanisms. Observation and analysis of methods for coordinating company networks offer a basis for deriving recommendations for the management of brand networks. Such recommendations are not only able to provide a theoretical underpinning for and significantly supplement the content of existing guidelines for designing brand alliances, but also, and perhaps more importantly, they enable forward-oriented analysis instead of a simple description of the various forms of expression of a brand. This dissertation postulates a concept of the brand network as a network of multi-layered principal-agent relationships. It follows that the creation and selection of specific design features for brand networks is a complex process. Moreover, given the different objectives and initial situations of brands, there are no generally valid recommendations for action for all forms of brand networks. In order to develop a framework for action, this work builds on an ap! proach borrowed from network theory that divides network coordination into four steps - the ?four basal functions of management.? These functions are the selection of partners, the allocation of resources, the regulation of relationships, and finally the evaluation of the form and content of the partners? joint efforts. On the basis of these four functions, the present work elaborates a complete conceptual framework for the detailed design of brand networks.

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Lambrecht, Anne: Markennetze. 2004.

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