Seesedimente als natürliches Archiv zur Erstellung eines Murkalenders am Beispiel des Pragser Wildsees (Norditalien)

Irmler, Ralf GND

Am Beispiel des Pragser Wildsees, der am Nordrand der italienischen Dolomiten auf knapp 1500 m Höhe liegt, wurde vor dem Hintergrund sich ändernder Umweltbedingungen erstmals die Beziehung zwischen den episodischen Murgängen im Einzugsgebiet und den daraus resultierenden Ablagerungen feinklastischer Sedimente auf dem Seegrund untersucht. Während bei einem Murereignis der grobkörnige Murschutt auf den Murkegeln akkumuliert wird, erreicht die feinkörnige Matrix den See, in welchem sie großflächig und im Vergleich zur Normalsedimentation je nach Ereignisgröße in stark variierender Mächtigkeit sedimentiert. Diese Ereignislagen lassen sich über die jährlich geschichtete Normalsedimentation jahrgenau datieren. Durch die Auswertung der Seesedimente war es erstmals möglich, einen hochaufgelösten Murkalender zu erstellen. Hierbei sind über die einzelnen Jahrhunderte deutliche Unterschiede in der Murfrequenz und Magnitude festzustellen. Ein Zusammenhang zwischen Muraktivität und Klima konnte nicht festgestellt werden. Eingriffe des Menschen scheinen hingegen Auswirkungen auf die Murfrequenz zu haben.

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Irmler, Ralf: Seesedimente als natürliches Archiv zur Erstellung eines Murkalenders am Beispiel des Pragser Wildsees (Norditalien). 2003.

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