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Leitlinien des Hochschulschriftenservers Digitale Bibliothek Thüringen

  1. Zielstellungen und inhaltliche Kriterien
    Die Digitale Bibliothek Thüringen (DBT) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Thüringer Universitäten und Hochschulen. Der laufende Betrieb wird auf den Servern der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) sichergestellt. Die DBT bietet für deren Mitglieder und Angehörige internetbasierte Publikationsdienste für zwei Typen von wissenschaftlichen Veröffentlichungen an: a)Dokumente: wissenschaftliche und wissenschaftsnahe Publikationen wie Habilitationen, Dissertationen, Examensarbeiten (soweit sie gut oder sehr gut bewertet wurden, vgl. hier)1, Fachpublikationen und Forschungsberichte sowie andere sammlungsrelevante Ressourcen (Evaluationstyp A, vgl. unten); b)weitere Materialien wie Lehr- und Lernmaterialen, Vorlesungsskripte, elektronische Semesterapparate sowie Audio- und Videodateien aus der akademischen Lehre, Sammlungen, Datenmaterial, Texte und Dateien zu Veranstaltungen, Tagungen, Ausstellungen, universitäre Veröffentlichungen sowie weiteres Text-, Bild-, Audio- und Videomaterial (Evaluationstypen B und C, vgl. unten). Die DBT stellt unter Wahrung von Standards die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Publikationen nach a) und b) bereit. Dokumente nach Punkt a) erhalten dauerhafte Adressen und werden in den lokalen, nationalen und internationalen Nachweisinstrumenten nachgewiesen. Der Betrieb der DBT fördert unter Beachtung des Urheberrechts den Gedanken des Open Access, wie er in der Berliner Erklärung formuliert ist.
  2. Technische Anforderungen an Dokumente
    Mit „elektronisches Dokument“ ist ein Dokument zu verstehen, das in digitaler Form auf einem Datenträger gespeichert ist und zur Verbreitung über Rechnernetze geeignet ist. Dabei kann es sich neben Text- und Grafikdokumenten auch um Audio- und Videodokumente bzw. multimediale Präsentationen handeln.
    Alle Publikationen, die in der DBT veröffentlicht werden sollen, müssen technischen Mindeststandards genügen. Auf kostenlose Bezugsmöglichkeiten für die zum Betrachten der Dateien notwendigen Programme (Viewer) wird verwiesen. Die unter Punkt 1.a) genannten Dokumente sollen im Format PDF/A eingereicht werden, um eine Langzeitarchivierung zu erleichtern (vgl. Hinweise zur Erstellung von Dokumenten im Format PDF/A).
  3. Nachweis, Mindestarchivierungsfrist und Integrität der Daten
    Die DBT bietet durch geeignete Maßnahmen die Garantie der langfristigen Auffindbarkeit der Dokumente. Jedes Dokument erhält bei Vorliegen der technischen und inhaltlichen Kriterien einen Uniform Resource Name (URN), die bei der Deutschen Nationalbibliothek registriert und gepflegt wird. Dies wird auch für die Materialien und Sammlungspräsentationen angestrebt. Elektronische Dissertationen werden an die Deutsche Nationalbibliothek weitergegeben.
    Die DBT besitzt Schnittstellen, die den Zugang zu den Dokumenten weltweit ermöglichen. So werden die Metadaten von Dissertationen, Habilitationen und andere Dokumente über die OAI-Schnittstelle zur Verfügung gestellt. Die DBT ist offizieller Data Provider bei der Open Archive Initiative. Außerdem ist die DBT beim Directory of Open Access repositories (OpenDOAR) und beim Registry of Open Access Repositories (ROAR) registriert. Ebenso verfügt die DBT über eine Web-Services-Schnittstelle, über die das Verwalten, Suchen von Dokumenten möglich ist. Auch ein Zugang für Suchmaschinen ist realisiert, über den DBT-Dokumente gefunden und indiziert werden können. Für Dokumente wird eine Mindestarchivierungsfrist von zehn Jahren garantiert (davon mindestens fünf Jahre in demjenigen Formt, in dem das Dokument eingereicht wurde). Für Materialien beträgt diese Frist zwei Jahre. Gegenwärtig besteht nicht die Absicht, Dokumente und Materialien nach Ablauf dieser Frist zu löschen. Sammlungspräsentationen sollen für längere Zeiträume verfügbar gehalten werden.
    Jedes nach der Veröffentlichung auf dem Server inhaltlich veränderte Dokument wird als ein neues Dokument behandelt. Die Integrität jedes Dokuments wird durch die Berechnung und Speicherung eines Hashwerts (nach MD5) gesichert. Die Hash-Datei wird beim Dokument gespeichert. Den Nutzern werden Informationen zur Verfügung gestellt, wie sie mit Hilfe dieser Daten die Integrität eines Dokuments prüfen können.
  4. Serverkonzept und Langzeitarchivierung
    Um eine hohe Verfügbarkeit des Systems und sowie Stabilität, Systemsicherheit und Datenarchivierung zu garantieren, arbeitet die ThULB mit dem Universitätsrechenzentrum (URZ) der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) zusammen. Die digitalen Objekte werden auf Raid-Systemen des URZ gespeichert, die über Fibre Channel an die DBT-Produktionsserver angebunden sind. Diese Speichersysteme werden über den IBM Storage SUN Volume Controller (SVC) verwaltet und virtualisiert. Diese Technologie ermöglicht das Spiegeln der Volumes auf Raid-Systeme im Multimediazentrum der FSU. Zusätzlich erfolgt eine Auslagerung der Daten auf ein HSM-System. Die Metadaten werden auf Datenbankebene (DB 2) gespiegelt und darüber hinaus im URZ gesichert. Zusätzlich wird täglich ein Snapshot der digitalen Objekte per „rsync“ auf ein Speichersystem des URZ vorgenommen. Mit diesen beiden Sicherungsarten ist sowohl eine Archivierung als auch eine hohe Ausfallsicherung gegeben. Für die DBT wird eine eigene konsistente Zugriffstatistik geführt. Die hierzu erzeugten Webserver-Logs werden zur längerfristigen Speicherung anonymisiert. Mittelfristig soll die Langzeitarchivierung in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) im Rahmen des Projekts „Kopal“ über einen zu entwickelnden MyCoRe-Connector sichergestellt werden. Im DFG-Antrag der DNB und der SUB Göttingen „Organisatorische und technische Weiterentwicklung der Kopal-Lösung zu einem integrierten Dienst zur kommissarischen Langzeitarchivierung digitaler Daten“ ist die ThULB mit ihren in der DBT vorgehaltenen digitalen Dokumenten als Kooperationspartner aufgeführt.
  5. Leistungen des Betreibers im Rahmen der DBT
    Durch die DBT werden die eingereichten Dokumente und Dateien nach Maßgabe der Leitlinien und der Publikationsbedingungen (denen der Autor im Publikationsprozess zustimmt, elektronisch gespeichert, vervielfältigt, veröffentlicht und verbreitet, d. h. zum kostenfreien Abruf durch die Öffentlichkeit im Internet bereitgestellt. Dem Nutzer des Servers wird ein strukturierter und einheitlicher Zugang zu den elektronischen Publikationen angeboten. Die Suche ist über Suchmasken und Indizes möglich. Mit Hilfe einer Weboberfläche können Autoren sich jederzeit registrieren und Dokumente und Dateien direkt von ihrem Arbeitsplatz aus in die DBT einstellen und bis zur Veröffentlichung pflegen. Alle Dokumente werden in einer einheitlichen Oberfläche angeboten, die Metadaten in Dublin-Core-Format enthält. Die Dokumente (im Sinne von Punkt 1 a) dieser Leitlinien (Evaluationstyp A) werden vom Betreiber nach bibliothekarischen Gesichtspunkten geprüft und erschlossen. Für die Langzeitarchivierung vorgesehene Dokumente erhalten eine Klassifikation nach DDC. Dissertationen und Habilitationen werden auch nach RSWK erschlossen, so wie es die Sacherschließungsrichtlinie des GBV vorsieht. Daneben können alle eingereichten Dateien von den Autoren mit freien Stichworten versehen werden. Von der Bibliothek evaluierte Materialien erhalten korrekte Metadaten (Evaluationstyp B, alles andere erhält den Evaluationstyp C).
    Für den Publikationsprozess wird den Autoren in der DBT Unterstützung und Beratung angeboten. Hierzu stehen Informationstexte auf den einzelnen Seiten sowie eine eigene, umfangreiche Hilfesektion zur Verfügung. Die Unterstützung umfasst auch technische und rechtliche Fragen. Außerdem stehen Online-Tutorials zur Verfügung. Die Einreichung von Dokumenten wird in der Regel über Onlineformulare realisiert. Elektronische Versionen von Dissertationen und Habilitationen werden mit Email oder auf Datenträger eingereicht.
    nformationen zu den Rechten und Pflichten des Diensteanbieters, der Autoren und Nutzer der DBT sind auf der entsprechenden Hilfeseite zu finden. Hilfestellungen bieten die Hinweise zum Urheberrecht.
    • Klasse A: durch die Bibliothek evaluiert und für die Langzeitarchivierung vorgesehen
    • Klasse B: durch die Bibliothek evaluiert, korrekte Metadaten
    • Klasse C: nicht evaluiert